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Linosa: Weit entferntes Paradies

Eine Insel mit drei Bergen und im tiefen weiten Meer – das ist Linosa. Die drei Berge, die das Bild der Insel prägen sind vulkanischen Ursprungs und drapieren sich um einen erloschenen Vulkankrater: Monte Vulcano (195 Meter), Monte Rosso (186 Meter) und Monte Nero (107 Meter). Fünf Quadratmeter groß, rund 300 Einwohner, rund 170 Kilometer in Richtung Süden von Sizilien aus entfernt und näher an Afrika als an Europa ist Linosa die nördlichste der Pelagischen Inseln und noch so etwas wie ein kleines Paradies. Nur im August wächst die Zahl der Menschen hier auf 1500 an. Dabei handelt es sich überwiegend um italienische Touristen. Andere Nationalitäten verirren sich eher selten hierher. Denn Linosa mit seiner üppigen Vegetation und auch im Winter milden Klima gilt noch als Geheimtipp. Das liegt zum Teil auch daran, dass außerhalb der Saison die Verbindungen bei Sturm unterbrochen sind.

Anreise nach Linosa

Von etwa Mitte Juni bis Mitte September bedient einmal am Tag ein Aliscafo (Tragflächenboot) von Porto Empedocle (Abfahrt 14 bzw. 15 Uhr) aus die Insel. Die Überfahrt dauert drei Stunden. Darüber hinaus verkehrt täglich bis auf Freitag eine Fähre der Siremar zu den Pelagischen Inseln (Abfahrt 23 bzw. 24 Uhr in Porto Empedocle). Die Fahrtzeit beträgt zwischen sechs und sieben Stunden. Bequemer ist es von Palermo aus mit dem Flugzeug nach Lampedusa zu fliegen und von dort aus weiter mit dem Aliscafo (eine Stunde) oder mit dem Schiff (2 Stunden) nach Linosa überzusetzen. Immer vorausgesetzt das Wetter spielt mit und die Schiffe können festmachen, denn einen richtigen Anleger gibt es nicht.  In der Sommersaison wird Lampedusa auch von Rom und Mailand aus angeflogen. Wer die weite etwas mühsame Anreise nicht scheut, kommt in den Genuss, einen ganz besonderen Ort kennenzulernen.

Eiland für Taucher und Naturliebhaber

Menschen, die den Trubel suchen, sind hier verkehrt. Entschleunigen ist angesagt und nirgends geht dies so gut wie auf Linosa. Dazu gibt es Natur pur, kristallklares Wassers, was als das klarste der ganzen Mittelmeerregion gilt, und ein Dorf voller pastellfarbener Häuser. Wegen der großen Artenvielfalt, ist die Küste der Insel auch ein Eldorado für Taucher.  Auf dem Meeresboden lassen sich noch allerlei alte Schätze bewundern. Von Amphoren und Ankern aus der Zeit als die römischen Handelsschiffe hier vor Anker gingen, bis zu abgestürzten Flugzeugen aus dem Zweiten Weltkrieg. Hier ist für jeden Anspruch etwas dabei, da die Insel vulkanischen Ursprungs ist und von der Küste aus sehr schnell tiefes Wasser erreicht.

Die Besiedelung Linosas

Bereits in der Antike wurde Linosa von so manchem Seefahrer angesteuert und zeitweise sogar bewohnt. Im Laufe der Geschichte erhielt die Insel von Sklavenhändlern und später dann von Piraten mehrere Namen wie zum Beispiel Aithusa/Aethusa, Lenusa oder Algusa. Den Namen Linosa erhielt die Insel vom Kapitän Bernardo Maria Sanvinsente, der 1845 im Auftrag von Ferdinand II mit etwa 30 Männern und Frauen an Land ging, um die Insel zu besiedeln. Damals hausten die Siedler in Höhlen und nutzten die alten römischen Zisternen zur Wassergewinnung. Sie lebten von der Landwirtschaft, hauptsächlich der Kuhzucht und vom Fischfang.

Die Errungenschaften der Neuzeit

In den 1960er-Jahren wurde den Bewohnern Linosas von Sizilien aus ein Telefonkabel gelegt, ein Kraftwerk errichtet und eine Schule eröffnet, 1973 wurde eine Meerwasserentsalzungsanlage installiert. Bis heute wurde davon nichts erneuert, aber die Linosarer sind es gewohnt vom Vaterland eher wenig Unterstützung zu bekommen. So wurde 2010 der erste Bankautomat angebracht. Dennoch sollte man sich nicht darauf verlassen und lieber genügend Bargeld mitnehmen. Seit 2013 gibt es sogar eine Benzin-Zapfsäule, die an drei Tagen für drei Stunden geöffnet ist. Der Liter Benzin kostet hier 2,20 Euro. Nicht nur beim Benzin macht sich die Abgeschiedenheit Linonas bemerkbar. Auch Lebensmittel, Getränke und alles andere sind entsprechend teurer.

Leben und Urlaub auf Linosa

Seit ein paar Jahren haben auch die Kühe ihren Weg zurück nach Linosa gefunden, weil die Haltung sehr aufwendig ist. Der junge Bäcker Michele hat die alte Tradition wiederbelebt und seit 2014 bekommt man nun wieder frische Milchprodukte und sogar Ricotta. Pina Bonadonna bietet unter anderem auch Ausflüge zu ihm aufs Land an. Mit ihr kann man bei der Herstellung zuschauen und sich die Vorgänge erklären lassen. Die Menschen sind sehr gastfreundlich vor allem Ausländern gegenüber. Einblicke in die Geschichte und das Leben auf Linosa vermittelt auch Pina Bonadonna, die von April bis Oktober vor Ort ist und Italienisch, Sizilianisch, Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch spricht. Neben der Ricotta-Tour bietet sie auch eine Inselrundfahrt mit einem der historischen Boote an, die damals wie auf Helgoland den Transfer von Waren und Menschen vom Schiff zur Mole organisierten. Die Rundfahrt mit Imbiss an Bord, auf der man viel Wissenswertes über Linosa erfährt, dauert etwa  drei Stunden. Eine weitere Tour führt zum Sonnenuntergang mit Aperitif zu der weltgrößten Kolonie der Berta Maggiore, einer Möwenart, die nur noch selten vorkommt. Daneben kann man noch vom Boot aus angeln.


UNTERKÜNFTE FÜR IHREN AUFENTHALT FINDEN SIE UNTER:

www.magisches-sizilien.de

 

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