Ein Blog über Sizilien von Petra Krause

Ein Hauch von Sizilien

Starke Kontraste, betörende Düfte, Jahrtausende alte Kultur, berauschende Farben, kulinarische Genüsse und herzliche Gastfreundschaft, das alles ist Sizilien und noch so viel mehr. Und wir möchte Sie für größte europäische Mittelmeerinsel begeistern. Wir möchten, dass sie sich dort genauso wohl fühlen wie wir. Deshalb vermitteln wir Ihnen nur persönlich ausgesuchte Villen, Häuser, Wohnungen für einen entspannten Urlaub auf Sizilien. Wir schauen uns jedes Objekt vorher an, bevor wir es in unseren Katalog aufnehmen. Unser Wunsch ist es, diese Insel, die wirklich das Prädikat traumhaft verdient, anderen Menschen näher zu bringen. Denn viele haben einfach noch ein falsches Bild von Sizilien im Kopf. Sizilien ist so viel mehr, so unglaublich vielfältig in jeder Hinsicht, dass vermutlich ein ganzes Leben nicht ausreicht, um es wirklich richtig zu entdecken. Und: Sizilien zählt mit zu den sichersten Ecken. Für die Großstädte wie Palermo, Catania oder Messina gelten die gleichen Sicherheitsregeln, die jeder auch in Berlin, Frankfurt oder Hamburg beachten würde. Also bleiben Sie offen für Neues, nicht zu skeptisch und genießen Sie die Gastfreundschaft, die Sie hier mit Sicherheit immer wieder erleben werden. Lehnen Sie sich zurück und lassen Sie sich mit unserem Video von Sizilien verzaubern.

  • Castellammare del Golfo
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Castellammare del Golfo

Tor zwischen Land und Meer

Castellammare del Golfo zwischen Palermo und Trapani liegt direkt am Meer. Mit seinen vielfältigen Möglichkeiten und seiner privilegierten Lage ist der Ort nicht nur der ideale Standort für den Urlaub. Der kleine Fischerort eignet sich aber auch hervorragend zum Überwintern oder gar als Alters- oder Zweitwohnsitz. Das rund 15.000 Einwohner zählende Städtchen im Nordwesten Siziliens ist das Tor zwischen Land und Meer. Castellammare liegt im Mittelpunkt eines traumhaften Golfes und am Fuße einer sanft zum Meer hin abfallenden Anhöhe.

Zentrale Lage

Einst wichtiger Handelsplatz des antiken Segestas, hat sich Castellammare del Golfo zu einem zauberhaften Hafenstädtchen entwickelt, wo morgens an der Mole die Fischer ihren Fang verkaufen. Das arabisch normannische Kastell, Symbol der Stadt, befindet sich auf einer ins Meer hineinragenden Landzunge. Ob Sonnenanbeter, Strandliebhaber, Taucher, Wanderer, Kulturliebhaber oder Erholungsuchender – das romantische Städtchen hat zu jeder Jahreszeit seine Reize.

Traumhafte Buchten

Die Winter sind mild, die Sommer heiß. Im Osten lockt der goldene feine Sandstrand und im Westen die felsige Küste mit ihren kleinen Buchten. Von April bis November kann man dort im türkisblauen klaren Tyrrhenischen Meer schwimmen oder mit einem gemieteten Boot die Küste vom Wasser aus entdecken. Ein Beispiel ist die Riserva dello Zingaro, Siziliens erstes Naturschutzgebiet. In den vielen kleinen Buchten kann man mit gebührendem Abstand zum Land ankern und im kristallklaren Wasser schwimmen, schnorcheln oder tauchen.

Wanderparadies und heiße Quellen

Das Naturschutzgebiet ist aber vor allem für Wanderer ein Paradies. Mehrere Pfade unterschiedlicher Länge führen vorbei an unberührter Flora und Fauna. Überhaupt sind gerade die Wintermonate ideal, um die Gegend rund um den Golf wandernd zu erobern. Entspannung findet der Urlauber auch in einer der beiden Thermen unweit von Castellammare. Nach einem Bad in der fast 40 Grad warmen Terme di Gorga oder Terme Segestane fühlt man sich wie neu geboren. Das schwefelhaltige Wasser ist gut gegen verschiedenste Leiden wie Rheuma und Hautkrankheiten wie Akne und Neurodermitis.

Der Flughafen Birgi (Trapani) liegt 30, der Flughafen Punta Raisi (Palermo) ist 25 Autominuten entfernt.

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  • Park von Selinunte
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Der archäologische Park von Selinunte

Geschichte zum Anfassen

Der Herakles Tempel ragt in den blauen Himmel hinein. Dahinter liegt kreuz und quer, was von 2500 Jahren Geschichte übrig geblieben ist: hunderte tonnenschwere Säulen, oft mit einem Durchmesser von drei Metern. Der archäologische Park von Selinunte (Selinus) zählt mit seinen etwa 270 Hektar zu den größten und wichtigsten Ausgrabungsstätten Europas.

Die alte Stadt Selinunte

Die Fundstätte in der Nähe der Stadt Castelvetrano (TP) besteht eigentlich aus zwei Teilen: dem Plateau und der eigentlichen ummauerten Stadt mit der Akropolis. Das meiste sind aber Überreste der alten griechischen Stadt Selinus, die in der Antike zu den fortschrittlichsten und angesehensten Poleis Siziliens zählte. Davon zeugen acht der bedeutendsten Tempel auf Sizilien.

Geschichte Selinuntes

Gegründet wurde die Stadt im 7. Jahrhundert vor Christus von dorischen Griechen. Sie ließen sich hier wegen des fruchtbaren Bodens nieder. Das anlegen eines Hafen und der Handel brachten ihnen Reichtum. Selinunte verbündete sich mit Karthago, um sich die Unterstützung gegen das verfeindete Segesta zu sichern. In der Zeit zwischen 550 und 450 vor Christus entstanden acht dorische Tempel. Dennoch eroberten die Karthager das ihnen zu mächtig gewordene Selinunte 409 vor Christus. Schließlich zerstörten sie die Stadt 250 vor Christus, um sie nicht den Römern zu überlassen. Die letzten Spuren löschte ein Erdbeben im 6. Jahrhundert nach Christus aus. Erst im 16. Jahrhundert wurde das antike Selinunte wieder entdeckt und im 19. Jahrhundert von Archäologen ausgegraben.

Informationen zu Selinunte

Wegen der Größe des Parks sollte man ausreichend Zeit für eine Besichtigung mitbringen. Wer nicht alles abwandern möchte, für den stehen Elektromobile zum Ausleihen bereit.

Einen Abstecher wert sind auch die Cave di Cusa oder auch Rocche di Cusa. Der antike Steinbruch, aus dem das Material für die Tempel stammt, liegt rund 10 Kilometern Entfernung.

Ganzjährig geöffnet. Im Sommer 9 und  17 Uhr und im Winter zwischen 9 und 16 Uhr (Kassenschluss). Eintritt derzeit 6/erm. 3 Euro. Für EU-Bürger unter 15 und über 65 Jahren kostenlos. Wie in allen Museen auf Sizilien ist der Eintritt im Park am 1. Sonntag im Monat frei. Tel. 0039/0924 46277. Offizielle Webseite des Parks


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  • Die Salinen von Trapani
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Die Salinen von Trapani

Zwischen Trapani und Marsala erstreckt sich die einzigartige Landschaft aus Salinen mit rund 200 markanten Salzmühlen – das Naturschutzgebiet Riserva naturale integrale Saline di Trapani e Paceco. 1995 gegründet, erstreckt es sich über 987 Hektar und besteht aus zwei Zonen. Die Salinen rund um Trapani sind eines der letzten wenigen Feuchtgebiete der europäische Zugvögel, bevor sie ihren Weiterflug nach Afrika antreten. 170 Vogelarten wurden hier gezählt. Mit etwas Glück bekommt man hier Rohrdommeln, Seidenreiher, Sumpfohreulen, Löffler, Wildenten, Wanderfalken und Flamingos zu sehen.

Die Salinen und ihre Geschichte

Mitten in dieser bemerkenswerten mediterranen Flora und Fauna der Salinen von Trapani befindet sich das kleine Salzmuseum (museo del sale). Es liegt in Nubia in der Gemeinde Paceco. Es erzählt die Geschichte des einstigen weißen Goldes von vor etwa 3000 Jahren bis heute. Im Mittelalter stellten die Salinen die wichtigste Einnahmequelle des westlichen Sizilien dar.  Das Salz wurde auch als das „weiße Gold“ bezeichnet. Denn als Konservierungsmittel konnte man mit ihm große Gewinne erzielen. Der Abbau hat sich in Laufe der Jahrhunderte nicht großartig verändert. Das Salz wird durch natürliche Verdunstung hergestellt. Als Lebensmittelprodukt ohne künstliche Zusatzstoffe besitzt es seit März 2012 die Klassifikation IGP (Indicazione Geografica Protetta).

Das Salzmuseum in den Salinen

In dem 300 Jahre alten Gebäude mit Restaurant inmitten der Salinen von Trapani werden die einzelnen Phasen der Salzgewinnung und die dazu gehörigen Gerätschaften erklärt. Eine besondere Bedeutung haben die  einzelnen Becken. Mitten in den Salzfeldern stehen die typischen Windmühlen. Sie erfüllten gleich zwei Funktionen. Sie mahlten das Salz und pumpten das Salzwasser von einem Becken ins andere. Mühlengetriebe, Mühlräder, Spundbohlen, Zahnräder, Drehdorne, Antriebsräder. Schautafeln und Fotos bringen den Besucher die Welt der Salzgärten näher. Die Öffnungszeiten ändern sich je nach Saison. Der Eintrittspreis liegt derzeit bei 3 Euro.

Die Salinen sind ein gutes Beispiel dafür, dass die menschliche Produktivität die Umwelt nicht zerstören, sondern sogar verschönern kann.  Bei  Sonnenuntergang färben sich die Salzbecken in unterschiedlichen Tönen – von rosa über hellrot und gold. Schon der Weg vorbei an den wie aufgeschüttete Schneehügel wirkenden Salzbergen lohnt sich.


Nähere Infos gibt es auf der Internetseite unter www.museodelsale.it

Ein kleines Video zum Ausflug in die Salinen finden Sie hier.


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  • Palermos Märkte
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Palermos Märkte: Im Bauch der Hauptstadt

Hier trifft Orient auf Okzident: Palermos Märkte sind bunt, laut und vielfältig. In der Vucciria, auf dem Capo oder dem Ballarò befindet man sich im Bauch von Palermo und versteht schnell, warum die sizilianische Küche so hochgelobt wird. Hier präsentiert sich die besondere Fruchtbarkeit der sizilianischen Böden. Man findet auf den Märkten alles, was man täglich in der Küche braucht. Den Genuss zelebrieren die Händler mit Geschrei.  Palermos Märkte erinnern mehr an einen arabischen Souk als an einen Markt, wie man ihn bei uns kennt.

Kulinarischer Schmelztiegel

Durch die engen Marktgassen schiebt man sich vorbei an Bergen von Trocken- und Hülsenfrüchten, unzähliger Sorten Linsen und Reis, Rosinen, Sultaninen und Zitronat neben getrocknetem Stockfisch und Fischrogen. Farbenfrohe Stände mit zahlreichen Sorten duftender Tomaten konkurrieren mit Kisten voller Zitrusfrüchte. Der Geruch von wildem Fenchel mischt sich mit Zimt, Nelken und den in heißem Fett frittierten Panelle, den kleinen Kichererbsenfladen. Streetfood findet man auf den Märkten überall: Mutige probieren das typische Milzbrötchen (Panino con la Milza) – pure palermitanische Straßenküche. Das sizilianische Pendent zum Hamburger besteht aus einem weichen Sesambrötchen, das mit in großen Pfannen gerösteten Milzstückchen sowie geriebenem  Caciocavallo gefüllt wird.

Palermos Märkte: die Vucciria

Hinter der Via Roma Richtung Hafen und unweit der Piazza San Domenico taucht man in das Gassengewirr der Vucciria ein. Der Markt erlangte seine Berühmtheit durch das Gemälde des  Malers Renato Guttuso (1911 – 1987). Sein Gemälde „La vucciria“ von  1974 gilt als das bekannteste Werk des sizilianischen Künstlers, das in starken, leuchtenden Farben die Atmosphäre des Marktes wiedergibt. Anfangs war dieser Markt nur zum Verkauf von Fleisch bestimmt. Der Name geht auf die französische Bezeichnung für Fleischerei  (Boucherie) zurück. Daraus wurde dann Bucceria, schließlich Vucciria. Aufgrund der Nähe zum Hafen kamen nach und nach auch andere Lebensmitte wie Fisch, Gewürze, Gurken und Käse hinzu.
Der Markt ist an allen Wochentagen außer sonntags bis 14 Uhr geöffnet.

Palermos Märkte: der Capo

Der zweitgrößte Markt von Palermo ist sicherlich reizvoller als die inzwischen von Touristen recht überlaufene Vucciria. Was man hier kauft schmeckt auch nachdem, was man kauft. Keine im Gewächshaus gezüchteten holländischen Tomaten, sondern frisches vom Feld. Im Grunde findet der Kunde  das gleiche Angebot wie in der Vucciria. Außer, dass man hier seltener Touristen antrifft, macht seine Lage den Unterschied aus. Die Stände erstrecken sich entlang interessanter Orte:  den altertümlichen Straßen Via Volturno und Via Beati Paoli und der Porta Carina, die früher ein Teil der Festungsmauer war. Inmitten des quirligen Markttreibens erhebt sich imposant die barocke Chiesa di Sant’Agostino.

Der Mercato del Capo in der Via Sant’Agostino ist täglich ab 7 Uhr geöffnet.

Palermos Märkte: der Ballaró

Zu den ältesten Märkten von Palermo zählt der Ballaró.  Woher der Name stammt, darüber ist man sich nicht einig. Die einem behaupten er ist benannt nach einem Städtchen bei Monreale, wo einst arabische Händler ansässig waren. Andere meinen, er sei nach einem indischen Herrscher benannt. Der Ballaró ist überwiegend ein Obst-und Gemüsemarkt. Aber auch hier verlässt man gefühlsmäßig europäischen Boden und taucht in die Atmosphäre nordafrikanischer Bazare. Wie bei den anderen beiden fehlt es nicht an Stimmengewirr, betörenden Düften, explodierenden Farben und dem sizilianischen Streetfood das schon der englische Starkoch Jamie Oliver angepriesen hat.
Der Markt erstreckt sich von der Piazza Ballarò nach Osten bis zur Piazza del Carmine und ist täglich außer sonntags geöffnet.


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  • Cantine Florio
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Führung durch die Cantine Florio

Ein weinseliger Abstecher nach Marsala

Wer nach Marsala fährt, sollte nicht vergessen, die Cantine Florio zu besuchen. Sie zählt zu den historischen Kellereien mit viel Historie. Dort trifft man auf äußerst gut vorbereitete Führer. Gegen 13 Euro Eintritt (Kinder 5 Euro) erzählen sie nicht nur viel über die Geschichte der Familie Florio, sondern natürlich auch viel über die Herstellung des berühmten Marsalas. Der Besucher bekommt einen ersten Eindruck, warum die Familie Florio für Sizilien so eine große Bedeutung hat. Es geht vorbei an riesigen Fässern, wo noch Riserva aus dem 19. Jahrhundert lagert.  In Kombination mit einer didaktisch gut aufbereiteten anderthalbstündigen Standard- Führung kommt man dem Marsala nicht nur physisch näher. Zum Abschluss können die Besucher zwei verschiedene Typen Marsala verkosten sowie einen Rot- und einen Weißwein. Dazu gibt es passende Snacks. Natürlich kann man die verkosteten Weine später auch im Shop auch kaufen.

Informationen für den Besuch der Cantina Florio

Via Vincenzo Florio, 1, 91025 Marsala, Tel. +39/0923 781305-317-306. Eintritt 13 Euro, Kinder 5 Euro (ohne Degustation). Führungen in der Nebensaison: Von Montag bis Freitag um 10 Uhr in englisch und um 15.30 in italienisch; Sonnabend um 10 Uhr in englisch und 10.30 in italienisch.  Von Juli bis September ist eine Anmeldung unbedingt erforderlich. Für größere Gruppen werden auch extra Führungen angeboten. Die Führung ist auf italienisch, englisch, französisch und spanisch möglich.

Mehr Informationen über Führungen hier

 

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Die Strände in der Region Trapani

Ein Farbenspiel in Blautönen

Fast 1000 Kilometer Küste mit einem Meer, das von türkisblau bis smaragdgrün die Augen kitzelt, laden von März bis November zum Baden ein. Und für fast alle sizilianischen Strände, egal ob Sand-, Stein- oder Kieselstrand gilt: In den Sommermonaten findet man alles, was das Herz von Wasserratten und Sonnenanbetern begehrt. Für die Italiener reicht die Sommersaison allerdings lediglich von Juli bis August. Entsprechend voll geht es an den Stränden zu. Danach nimmt die touristische Infrastruktur deutlich ab, dafür ist man aber fast alleine an den schönen Stränden. Was nicht heißt, dass die Wassertemperatur dem Badespaß einen Riegel vorschiebt. Meist hat die Wassertemperatur in der Region Trapani Anfang November noch 23 Grad.

Der Strand von Lido Greg

Lido Greg

Der Lido Greg ist ein wunderschöner weißer Sandstrand zwischen Alcamo Marina und Balestrate Contrada Calatubo. Hier beginnt die Region Trapani. In den Sommermonaten verfügt der Strand über ein gutes touristisches Angebot, in der Nebensaison geht es hier schön ruhig zu. Der Strand ist auch sehr beliebt bei Homosexuellen.  Man fährt auf der Küstenstraße von Castellammare del Golfo nach Balestrate bis links das etwas schwer zu entdeckende Schild Lido Greg kommt. Dann fährt man einfach soweit man darf, stellt das Auto ab und geht unter einer kleinen etwas schmudellig wirkenden Bahnunterführung durch. Der Lohn für den Weg ist ein traumhafter Strand, der auch im Sommer ruhiger ist als woanders.

Der lange Sandstrand von Alcamo Marina

Alcamo Marina

Der Strand von Alcamo Marina liegt vor der Bahnstrecke von Castellammare del Golfo nach Palermo. Die Züge fahren aber eher selten. Der Strand ist schön breit und weif- bis goldfarben. Die Bauten dahinter sind allerdings schon in die Jahre gekommen und außerhalb der Saison wohnt hier kaum jemand und von daher wirkt das Gebiet eher trostlos. Das aber tut dem Badevergnügen hier keinen Abbruch, denn der über 8 Kilometer lange Strand zwischen dem Hotel La Battigia und dem Lido Greg ist wegen seiner wenigen Strandbars auch im Sommer nicht so überfüllt wie andere. Die Parkmöglichkeiten an den einzelnen Zugängen sind bisher noch kostenlos. Das Wasser ist kristallblau und es geht flach rein. Je weiter man Richtung Lido Greg geht, umso weniger Menschen trifft man.

Playa di Castellammare

Playa die Castellammare del Golfo

Der Golf von Castellammare mit seinem schönen feinen, goldenen Sand und türkisfarbenen klaren Wasser eignet sich hervorragend zum Familienurlaub, da es flach ins Wasser geht.  Der breite Strand erstreckt sich bis nach Alcamo Marina. An diversen Abschnitten kann man Liegen und Sonnenschirme mieten. Am Lungomare findet man eine gute Infrastruktur. Restaurants, Bars und Cafés sowie Sommeraktivitäten wie Surfen, Segeln, Tauchen aber auch ein Spielplatz für Kinder und ein Beachvolleyballfeld runden das Angebot ab. Die Saison startet hier im Mai/Juni, in den Monaten Juli und August ist es recht voll, aber im Vergleich zu anderen Küstenorten erträglich. Im den anderen Monaten  hat man den Strand fast für sich alleine. Ab Oktober sind die Parkplätze kostenlos.

Stadtstrand von Castellammare am Piazza Petrolo

Stadtstrand von Castellammare del Golfo

Der kleine feine Sandstrand mitten im historischen Zentrum von Castellammare del Golfo liegt unterhalb des Piazza Petrolo und ist mehr etwas für das Badevergnügen in den Sommermonaten (Juni bis Ende September). Er liegt direkt an der steilen Mauer und man muss einige Treppen runter und später natürlich auch wieder hoch. Im Sommer werden dort Liegen und Sonnenschirme vermietet und es gibt eine Bar. Es geht hier flach ins Wasser und ist somit auch gut für Kleinkinder geeignet. Das Besondere ist, dass Stadtstrände auf Sizilien selten sind.

Die Buchten entlang der Küste

Cala Bianca

Die Küste zwischen Castellammare del Golfo und dem Naturschutzgebiet Riserva dello Zingaro gilt als eine der schönsten Siziliens. Unzählige Buchten wie Fossa dello stinco, Cala Bianca, Cala Rossa, Baia di Guidaloca, Cala Vruca, La Creta, Li Arbi, Cala Alberelli, Tonnara di Scopello, Cala Mosca, Baia Luce, Cala dell’Ovo und Cala Mazzo di Sciacca laden zu einem Badestopp, einer Schnorcheltour oder einem Tauchgang ein. Einige sind auch zu Fuß zu erreichen. Auf einer Bootstour erschließt sich die Küste mit ihrem kristallklares Wasser in den verschiedensten Blautönen und den vielen Grotten noch einmal ganz anders.  Einen Bootsführerschein braucht man für die mit 40 PS-Motoren ausgestatteten Boote, die man am Hafen von Castellammare del Golfo mieten kann nicht. Die Preise schwanken pro Tag zwischen  80 und 150 Euro je nach Saison auch Halbtagsmiete sind möglich.

Hier ein Tipp für Ausflüge: https://blog.magisches-sizilien.de/ein-trip-ins-blaue/

Guidaloca bei Scopello

Guidaloca

Der kleine, in einer wunderschönen Bucht gelegenen Kieselstrand Baia di Guidaloca ist bei den Einheimischen sehr beliebt. Er verfügt in den Sommermonaten über eine gute touristische Infrastruktur mit Liegen, Sonnenschirmen, Tretbooten und Bars. Im Sommer ist auch der große Parkplatz gegen Gebühr geöffnet. Außerhalb der Saison geht es beschaulich zu und man kann direkt am Strand parken. Das Wasser ist dank der Steine extrem klar und reicht von smaragdgrün bis türkisblau. Es geht relativ schnell ziemlich tief ins Wasser, weshalb Kinder hier besser schon schwimmen können sollten. Badeschuhe nicht vergessen! Das Gehen auf den Kieselsteinen ist unangenehm.

Tonnara di Scopello

Tonnara di Scopello

An der Tonnara, die im Privatbesitz ist, kann man gegen Einritt von etwa 4 Euro ebenfalls am Wasser liegen. Allerdings auf Beton. Die Bucht ist sehr geschützt und wird gerne von Ausflugsbooten oder anderen Bootsbesitzern angesteuert, wegen der wunderschönen Kulisse mit den Faraglioni. Im Sommer ist es hier immer ziemlich voll. Hier wurden bereits mehrere Filme gedreht, wie Commissario MontalbanoOcean’s Twelve oder Werbespots wie vom Handytarif-Anbieter Wind oder der italienischen Variate der Fischstäbchen Werbung Findus und viele mehr. In einem Museum (derzeit 2 Euro Eintritt) erfährt man viel über den ehemaligen Tunfischfang hier und auf Sizilien. Wer mit dem Auto kommt, kann dieses auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz oberhalb der Tonnara abstellen. Ein Tag hier kann allerdings aufgrund der Gebühren teuer werden.

Der Strand Cala dell’Ovo

Cala dell'Ovo

Die Cala dell’Ovo liegt unterhalb einer geschlossenen Ferienhausanlage und steht eigentlich nur für die Anwohner zur Verfügung. Sie liegt zwischen der Tonnara di Scopello und dem Naturschautzgebiet lo Zingaro. In der Hochsaison kommt man nur zu Fuß an den Kieselstrand, da die Zufahrt per Schlagbaum abgesperrt ist. Doch der etwa 800 Meter lange Weg lohnt sich. Die Bucht ist idyllisch, in der Regel nicht so überlaufen und eingebettet in Felsen und Bäumen. Badeschuhe sollte man unbedingt mitnehmen, denn es handelt sich um einen Kieselstrand. Eine Strandbar gibt es nicht. Man sollte sich von daher ausreichend Verpflegung mitnehmen.

Der Strand Cala Mazzo di Sciacca

Cala Mazzo di Sciacca

Der kleine, in einer geschützten Bucht gelegene Kieselstrand, eingerahmt von Felsen, ist der letzte Strand vor dem Naturschutzgebiet Riserva dello Zingaro, der noch mit dem Auto anfahrbar ist. In den Sommermonaten, von Mai bis Oktober, wird eine Parkgebühr erhoben. Dafür steht man aber direkt am Strand. Das kristallklare, türkisfarbene Wasser ist mit Felsen durchzogen und von daher zum Schnorcheln sehr interessant. An einem kleinen Kiosk kann man in den Sommermonaten nicht nur Getränke und kleine Snacks bekommen, sondern auch Sonnenschirme, Liegen und Tretboote mieten. Badeschuhe sind hier sinnvoll.

Das Naturschutzgebiet Lo Zingaro

Riserva dello Zingaro

Die Buchten im Naturschutzgebiet Lo Zingaro sind die Perlen unter den Stränden. Sieben Kilometer intakte Natur zwischen Scopello und San Vito lo Capo erwarten den Besucher. Wer zu Fuß geht braucht vom Eingang bis zur ersten tollen Bucht, der Cala della Capreria etwa 30 Minuten. Man sollte sich unbedingt Wasser, etwas zu essen und Sonnenschutzmittel mitnehmen. Denn im Zingaro gibt es nichts außer Natur pur. Leichter ist es natürlich die Buchten mit dem Boot entweder von Castellammare oder San Vito lo Capo aus anzusteuern. Auch wer keinen Boots-Führerschein besitzt, darf aufs Meer hinaus – zumindest mit Motorbooten bis 40 PS. Die Cala della Capreia liegt gleich hinter dem Museo Naturalistico (Naturkundemuseum). Natürlich ist es hier im August auch voll. Aber in den anderen Monaten ist es schon sehr viel entspannter. Je weiter man im Zingaro wandert, umso leerer natürlich auch die Buchten wie die folgenden Cala del Varo, Cala della Disa, Cala Berretta, Cala Marinella, Cala Dell’Uzzo.

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Poggioreale: Faszinierende Zeitreise

Als die Erde bebte

Matilde war damals noch ein 15-jähriger Teenager in Palermo. Aber die Nacht vom 14. auf den 15. Januar 1968 hat sich ihr ins Gedächtnis gebrannt. Als die Erde im Bélice-Tal mit einer Stärke von 6,5 auf der Richterskala bebte und im Umkreis 110 Kilometern vierzehn Orte zerstörte, waren die Erschütterungen deutlich bis in die sizilianische Hauptstadt zu spüren. Über 100.000 Menschen in der Gegend verloren ihr Zuhause, Hunderte ihr Leben. Während Gibellina, Montevago und Salaparuta fast dem Erdboden gleich gemacht wurde, blieben von Poggioreale Antica 80 Prozent der Gebäude erhalten.

Neubau statt Wiederaufbau Poggioreales

Doch mafiöser Bauspekulationen verhinderten den Wiederaufbau. Obwohl der italienische Staat Gelder für den sofortigen Wiederaufbau zur Verfügung gestellt hatte, passierte lange Zeit nichts. Doch die Hilfsgelder versickerten wie so oft zum Großteil in den Taschen der ehrenwerten Gesellschaft und korrupter Staatsdiener. Das alte Poggioreale wurde dem Verfall überlassen und drei Kilometer talwärts nach 15 Jahren das neue Poggioreale erbaut. Solange mussten die Bewohnen in Baracken ausharren.

 

Poggioreale: Freilichtmuseum oder Geisterstadt?

Cittá fantasma – Geisterstadt – so wird Poggioreale Antica heute oft genannt.  Dabei ist es mehr ein Freilichtmuseum und ein Zeugnis der einstigen Naturkatastrophe. Vor ein paar Jahren konnte man noch ohne Probleme durch die Hauptstraße Via Roma streifen. Inzwischen versperren Gitter den Zugang zum Dorf.  Einsturzgefahr! Vom Betreten der Häuser ist inzwischen dringend abzuraten.

Ehrenamtliche versuchen der Verfall aufzuhalten

Um den Verfall aufzuhalten gründete Giacinto Musso 2011 den gemeinnützigen Verein, L’Associazione Poggioreale Antica. Mit seinen ehrenamtlichen Mitstreitern versucht er das ehemalige Dorf nicht nur sauber zu halten, sondern einige der Gebäude so gut es geht abzustützen. Für Giacinto ist es sein Zuhause, obwohl er damals erst 3 Monate alt war. Das neue Poggioreale hat „keine Seele“, sagt er. Giacinto möchte nicht nur die Erinnerung an seinen Geburtsort wach halten, sondern er kämpft auch um die Anerkennung als Kulturerbe und versucht Investoren anzusprechen. Bisher allerdings vergeblich. Dennoch ist es der Gruppe gelungen gleich am Eingang des Dorfes eines der Gebäude wieder herzurichten und dort ein Museum einzurichten. Mit etwas Glück trifft man ihn dort an und er öffnet die Gitter.

Ein Spaziergang in eine andere Zeit

Bisher verirren sich nur wenige Touristen in diese Gegend, haben doch die neu aufgebauten Städte außer Gibellina Nuova mit seiner Kunst im öffentlichen Raum keine touristischen Highlights zu bieten. Zumal nur wenige Hinweisschilder mit der Aufschrift „ruderi“ (Ruinen) den Weg weisen und viele der Straßen wegen eines Erdrutsches oft gesperrt sind. Dabei ist ein Spaziergang durch die verlassene Stadt in Panoramalage mit Blick auf das sanft geschwungene Tal eindrucksvoll und eine faszinierende Zeitreise zurück in den Augenblick des Erdbebens. Gleichzeitig lässt er auch die Schönheit des alten Poggioreales und das dörfliche Leben von einst erahnen. Fast wehmütig schaut man von hier auf den modernen trostlosen Nachfolger.

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  • Caltagirone
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Caltagirone: Siziliens Keramikhochburg

Wenn man an sizilianische Keramik denkt, fällt einem sofort Caltagirone ein. Die knapp 40.000 Einwohner zählende Stadt in der Provinz Catania gilt als Keramikhauptstadt mit einer Jahrhunderte alten Tradition. Schon im 15. Jahrhundert entwickelte sich Caltagirone zur Stadt der Töpferkunst. Von den damals dort lebenden 20.000 Menschen übten etwa 1000 den Beruf des Keramikers aus.

Hingucker: La Scalinata di Santa Maria del Monte

Überall leuchten Fliesen, Vasen, Teller, Tassen und Krüge in den buntesten Farben. Blickfang, Postkarten-Bestseller und immer wieder gern fotografiertes Motiv ist die 1606 erbaute Freitreppe Santa Maria del Monte. Einst als Straße geplant, verbindet sie den oberen mit dem quirligen unteren Stadtteil. Ihre 142 Stufen wurden 1954 mit handgemalten Keramikkacheln verkleidet. An ihnen zeigt sich die Geschichte der Keramik-Herstellung. Zum besonderen Hingucker wird die Scalinata di Santa Maria del Monte zur Infiorata (Mitte Mai bis Anfang Juni), wenn sie mit Blumen geschmückt wird. Oder während der Festa di San Giacomo (24./25. Juli) und der Festa della Madonna Assunta (14./15. August), wenn Kerzen und Lampen überall auf der Treppe leuchten. Seit 1918 gibt es zudem eine staatliche Fachschule für Keramik. Sie wurde auf die Initiative des damaligen Bürgermeisters Don Luigi Sturzo ins Leben gerufen.

 

Die Geschichte Caltagirones

Die Präsenz des sizilianischen Spätbarocks „verdankt“ die Stadt dem verheerenden Erdbeben im Val di Noto 1693. Wie auch die Städte Noto, Scicli, Modica oder Ragusa wurde Caltagirone in diesem Stil wieder aufgebaut. Aufgrund dieser besonderen Architektur zählen die spätbarocken Städte des Val di Noto seit 2002 zum Weltkulturerbe.  Errichtet wurde die Stadt aber bereits 828 von den Arabern. Auf dem Hügel der heutigen Altstadt bauten sie eine Festung, die sie Qalat-al-Ghiran (Burg über den Höhlen) nannten. Von Anfang an nutzten sie den Ton der Gegend zur Herstellung der glasierten Keramik mit ihren lebendigen Farben, bei denen Gelb und Blau dominieren. Diese Tradition hat sich bis heute gehalten. So reiht sich in der barocken Altstadt eine Werkstatt an die andere und das Angebot an bunten Majolika-Erzeugnissen ist unüberschaubar. Keramik aus Caltagirone wird weltweit vermarktet.

 

Rundgang in Caltagirone

Diese Tradition macht einen Rundgang durch das historische Zentrum von Caltagirone besonders reizvoll. Oberhalb der Scalinata befindet sich die ehemalige Kirche Santa Maria del Monte (1606). Vom Glockenturm aus hat man einen traumhaften Blick über Caltagirone. Die Piazza Municipio mit dem klassizistischen Rathaus am Anfang der Freitreppe bildet das Zentrum. Sehenswert ist außerdem das Museo Civico, das ehemaligen  ehemalige Bourbonengefängnis; die keramikverzierte barocke Brücke Ponte di Francesco, das Puppenmuseum (Museo Teatro Stabile dei Pupi Siciliani) und die um 1900 erbaute Villa Patti. Zum Entspannen kann man einen Abstecher in den Stadtpark machen. Von Giovanni Battista Basile Mitte des 19. Jahrhunderts entworfen, wurde er im Stil eines englischer Gärten mit künstlichem See und maurischem Musikpavillon angelegt.  Dort im Park ist auch das  Keramikmuseum (Museo regionale della Ceramica di Caltagirone)  im Teatrino del Bonaiuto untergebracht. In dem mit Majoliken geschmückt Gebäude (1792) erfährt man viel über die Geschichte der Keramik von Caltagirone von den Anfängen bis heute.

 

Weitere Infos

Die Touristeninformation ist in der Via Libertini 3, Tel. 0039 09 3 35 38 09. Parkmöglichkeiten befinden sich im Parkhaus S. Stefano in der Via Circonvallazione di Ponente.

 


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Linosa: Weit entferntes Paradies

Eine Insel mit drei Bergen und im tiefen weiten Meer – das ist Linosa. Die drei Berge, die das Bild der Insel prägen sind vulkanischen Ursprungs und drapieren sich um einen erloschenen Vulkankrater: Monte Vulcano (195 Meter), Monte Rosso (186 Meter) und Monte Nero (107 Meter). Fünf Quadratmeter groß, rund 300 Einwohner, rund 170 Kilometer in Richtung Süden von Sizilien aus entfernt und näher an Afrika als an Europa ist Linosa die nördlichste der Pelagischen Inseln und noch so etwas wie ein kleines Paradies. Nur im August wächst die Zahl der Menschen hier auf 1500 an. Dabei handelt es sich überwiegend um italienische Touristen. Andere Nationalitäten verirren sich eher selten hierher. Denn Linosa mit seiner üppigen Vegetation und auch im Winter milden Klima gilt noch als Geheimtipp. Das liegt zum Teil auch daran, dass außerhalb der Saison die Verbindungen bei Sturm unterbrochen sind.

Anreise nach Linosa

Von etwa Mitte Juni bis Mitte September bedient einmal am Tag ein Aliscafo (Tragflächenboot) von Porto Empedocle (Abfahrt 14 bzw. 15 Uhr) aus die Insel. Die Überfahrt dauert drei Stunden. Darüber hinaus verkehrt täglich bis auf Freitag eine Fähre der Siremar zu den Pelagischen Inseln (Abfahrt 23 bzw. 24 Uhr in Porto Empedocle). Die Fahrtzeit beträgt zwischen sechs und sieben Stunden. Bequemer ist es von Palermo aus mit dem Flugzeug nach Lampedusa zu fliegen und von dort aus weiter mit dem Aliscafo (eine Stunde) oder mit dem Schiff (2 Stunden) nach Linosa überzusetzen. Immer vorausgesetzt das Wetter spielt mit und die Schiffe können festmachen, denn einen richtigen Anleger gibt es nicht.  In der Sommersaison wird Lampedusa auch von Rom und Mailand aus angeflogen. Wer die weite etwas mühsame Anreise nicht scheut, kommt in den Genuss, einen ganz besonderen Ort kennenzulernen.

Eiland für Taucher und Naturliebhaber

Menschen, die den Trubel suchen, sind hier verkehrt. Entschleunigen ist angesagt und nirgends geht dies so gut wie auf Linosa. Dazu gibt es Natur pur, kristallklares Wassers, was als das klarste der ganzen Mittelmeerregion gilt, und ein Dorf voller pastellfarbener Häuser. Wegen der großen Artenvielfalt, ist die Küste der Insel auch ein Eldorado für Taucher.  Auf dem Meeresboden lassen sich noch allerlei alte Schätze bewundern. Von Amphoren und Ankern aus der Zeit als die römischen Handelsschiffe hier vor Anker gingen, bis zu abgestürzten Flugzeugen aus dem Zweiten Weltkrieg. Hier ist für jeden Anspruch etwas dabei, da die Insel vulkanischen Ursprungs ist und von der Küste aus sehr schnell tiefes Wasser erreicht.

Die Besiedelung Linosas

Bereits in der Antike wurde Linosa von so manchem Seefahrer angesteuert und zeitweise sogar bewohnt. Im Laufe der Geschichte erhielt die Insel von Sklavenhändlern und später dann von Piraten mehrere Namen wie zum Beispiel Aithusa/Aethusa, Lenusa oder Algusa. Den Namen Linosa erhielt die Insel vom Kapitän Bernardo Maria Sanvinsente, der 1845 im Auftrag von Ferdinand II mit etwa 30 Männern und Frauen an Land ging, um die Insel zu besiedeln. Damals hausten die Siedler in Höhlen und nutzten die alten römischen Zisternen zur Wassergewinnung. Sie lebten von der Landwirtschaft, hauptsächlich der Kuhzucht und vom Fischfang.

Die Errungenschaften der Neuzeit

In den 1960er-Jahren wurde den Bewohnern Linosas von Sizilien aus ein Telefonkabel gelegt, ein Kraftwerk errichtet und eine Schule eröffnet, 1973 wurde eine Meerwasserentsalzungsanlage installiert. Bis heute wurde davon nichts erneuert, aber die Linosarer sind es gewohnt vom Vaterland eher wenig Unterstützung zu bekommen. So wurde 2010 der erste Bankautomat angebracht. Dennoch sollte man sich nicht darauf verlassen und lieber genügend Bargeld mitnehmen. Seit 2013 gibt es sogar eine Benzin-Zapfsäule, die an drei Tagen für drei Stunden geöffnet ist. Der Liter Benzin kostet hier 2,20 Euro. Nicht nur beim Benzin macht sich die Abgeschiedenheit Linonas bemerkbar. Auch Lebensmittel, Getränke und alles andere sind entsprechend teurer.

Leben und Urlaub auf Linosa

Seit ein paar Jahren haben auch die Kühe ihren Weg zurück nach Linosa gefunden, weil die Haltung sehr aufwendig ist. Der junge Bäcker Michele hat die alte Tradition wiederbelebt und seit 2014 bekommt man nun wieder frische Milchprodukte und sogar Ricotta. Pina Bonadonna bietet unter anderem auch Ausflüge zu ihm aufs Land an. Mit ihr kann man bei der Herstellung zuschauen und sich die Vorgänge erklären lassen. Die Menschen sind sehr gastfreundlich vor allem Ausländern gegenüber. Einblicke in die Geschichte und das Leben auf Linosa vermittelt auch Pina Bonadonna, die von April bis Oktober vor Ort ist und Italienisch, Sizilianisch, Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch spricht. Neben der Ricotta-Tour bietet sie auch eine Inselrundfahrt mit einem der historischen Boote an, die damals wie auf Helgoland den Transfer von Waren und Menschen vom Schiff zur Mole organisierten. Die Rundfahrt mit Imbiss an Bord, auf der man viel Wissenswertes über Linosa erfährt, dauert etwa  drei Stunden. Eine weitere Tour führt zum Sonnenuntergang mit Aperitif zu der weltgrößten Kolonie der Berta Maggiore, einer Möwenart, die nur noch selten vorkommt. Daneben kann man noch vom Boot aus angeln.


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  • heiße Thermalquellen bei Castellammare del Golfo
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Entspannen in warmen Thermalquellen

Der Ätna hat auch seine positiven Seiten. Neben fruchtbaren Böden rund um den Vulkan  hat er Sizilien viele Thermalquellen beschert. Schon in der Antike wussten die Menschen die heilende Wirkung des Thermalwassers bei gesundheitlichen Problemen zu schätzen. Aber nicht nur bei Beschwerden, sondern auch einfach nur zur Entspannung verspricht ein Bad in den mit Thermalwasser gefüllte Pools der vielen Anlagen auf Sizilien Erholung pur. Zu jeder Jahreszeit lässt sich somit ein Kultururlaub mit ein wenig Wellness verbinden. Die Region Trapani bietet mit den Terme Segestane und den Terme di Gorga gleich zwei Thermalanlagen.

Die freien heißen Quellen

Obwohl das Bad in den heißen Thermalquellen inmitten wilder Natur kein Geheimtipp mehr ist, sollte man auf diese kostenlose Erfahrung nicht verzichten. Eingebettet in eine Schlucht und direkt am Fluss gelegen, kommt man sich immer noch ein wenig vor wie Alice im Wunderland. Die Becken sind unterschiedlich heiß und der Fluss garantiert Abkühlung. Die beste Zeit für die Thermalquellen in der freien Natur ist zwischen 12 und 16 Uhr, wenn die meisten Sizilianer essen und sich danach ausruhen. Bei Dunkelheit ist vom Besuch abzuraten.

WEGBESCHREIBUNG

Der Weg dahin ist relativ leicht zu finden. Man muss einfach zu den Terme Segestane fahren und noch bevor man am Parkplatz unten angelangt ist, links in einen Feldweg einbiegen. Allerdings sollten den nur geübte Sizilienfahrer nehmen. Denn der Weg ist in einem extrem schlechten Zustand. Besser ist es das Auto an der SP2 stehen zu lassen und den Rest zu Fuß zu gehen. Der Weg macht nach rund 200 Metern eine scharfe Rechtskurve und wird sehr abschüssig. Am Ende liegt rechts ein ehemaliger wilder Parkplatz, der aber nicht mehr genutzt wird, da die Straße gesperrt ist. Von dort überquert man den Fluss und folgt einfach den Stimmen. Die Quellen liegen rechts unter einem Felsvorsprung. Es gibt aber noch mehr Quellen und eine natürliche Sauna-Grotte. Dazu muss man einfach links am Fluss entlang gehen, bis man unterhabt der offiziellen Thermenanlage steht.  Die Mühe lohnt sich, denn der Ort hat etwas Verwunschenes und ist mit Sicherheit ein bleibendes Erlebnis.


Terme Segstane: Badewannenfeeling

Die Terme Segestane
Die Terme Segestane
Die Terme Segestane

Die Terme Segestane liegen wunderschön eingebettet in der Landschaft des Fiume Caldo an einem Felsen ganz in der Nähe von Castellammare del Golfo, des antiken Hafens Segestas. Von Castellammare aus fährt man in die Via S. Paolo della Croce, die dann zur SP2 wird, einfach nur ein paar Kilometer geradeaus bis links das Hinweisschild zu den Termen auftaucht.  Das Wasser hat etwa 44 Grad. Die Anlage verfügt über ein Freiluftbecken, wo man nach Sonnenuntergang vom warmen Wasser umspült in den Sternenhimmel gucken kann. Außerdem gibt es ein zweites kleines Kinderbecken mit Sprudel düsen und einen großen überdachten Jacuzzi mit Kaskaden. Umgeben sind die Becken von Arkaden, wo auch die Umkleidekabinen untergebracht sind. Das heiße Schwefelwasser ist gut bei Hautkrankheiten wie Neurodermitis und Schuppenflechte, aber auch bei Krankheiten des Stütz- und Bewegungsapparates Gelenkerkrankungen, Rheuma oder  Arthritis sowie fürs allgemeine Wohlbefinden. Die Anlage verfügt über eine natürliche Grotte, die schon die alten Römer als Sauna genutzt haben.

INFORMATIONEN

Öffnungszeiten: Die Thermalquellen sind das ganze Jahr über bis auf 20. Dezember bis 8. Januar  geöffnet. Donnerstag ist Ruhetag und Montag nur von 16.30 bis 24 Uhr. Den Rest der Woche ist vormittags von 10 bis 13 Uhr und nachmittags von 16.30 bis 24 Uhr geöffnet. Das kleine Kurhaus steht für Kuranwendungen ist nur von Juni bis Oktober in Funktion.

Weitere Infos: Eintritt ins Schwimmbad 9 Euro. Badekappen sind Vorschrift. Adresse: Localitá Ponte Bagni, Castellammare del Golfo (TP). Infos unter Tel. 0924/530057 oder www.termesegestane.com


Terme di Gorga: Einfach treiben lassen

Terme di Gorga
Terme di Gorga

Das Wasser der Terme di Gorga entspringt der Quelle mit einer Temperatur von 52 Grad und ist akalin- sowie schwefelhaltig. Neben diversen Massage-Angeboten kann man in der Terme di Gorga auch kuren. Aerosol, therapeutische Bäder, Nasendusche, Fangotherapie, Grotte, Warm-Feucht-Inhalation, Insufflation, Dampfbäder.  Das Kurzentrum befindet sich in ländlicher Umgebung nur wenige Kilometer vom der Tempelanlage und dem archäologischen Park von Segesta entfernt, am östlichen Ufer des Flusses Caldo. Im Erdgeschoss liegt der Thermalpool mit einem kleinen Kinderbecken und Rückendusche. Im Nebentrakt befinden sich die Kurräume und in den oberen Etagen Hotelzimmer. Die Terme di Gorga ist noch keine Schikimiki-Anlage so wie sie vielfach im Norden Italiens zu finden sind, sondern hat durch die Schlichtheit einen besonderen eher morbiden Charme. Das Badevergnügen ist Open-Air. Das tolle sind vor allem die Öffnungszeiten. In der Terme di Gorga kann man das ganze Jahr über von 9 bis 24 Uhr baden.  Zudem ist sie gut bei  Hauterkrankungen, motorischen Beschwerden und Atemproblemen.

INFORMATIONEN

Man erreicht die Thermalquellen mit dem Auto über die  A29 Palermo-Mazara del Vallo, Ausfahrt Alcamo Ovest und folgt dann den Hinweisschildern.

Der Eintritt kostet 7 Euro, diverse Abos sind möglich. Es besteht kein Badekappenzwang.

Weitere Infos unter Tel. 0039/0924/23842 oder www.termegorga.com


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